Anlage- und Finanzierungsrichtlinien

Der Verwaltungsrat der Allreal Holding AG hat in seiner Sitzung vom 12. August 2013 die Anlagerichtlinien revidiert und ergänzt.


1    Zielsetzung

Die Anlage- und Finanzierungsrichtlinien („Richtlinien“) gelten für die Allreal Holding AG und ihre Tochtergesellschaften („Gesellschaft“). Sie legen fest, nach welchen Grundsätzen und Kriterien Investitionen zu tätigen sind.


2    Grundlagen und Definitionen


Anlageliegenschaften
Geschäftsliegenschaften, Wohnliegenschaften und Anlageliegenschaften im Bau, die zu Anlagezwecken erworben und längerfristig zwecks Erzielung einer marktgängigen Rendite gehalten werden. Die Anlageliegenschaften sind dem Geschäftsfeld Immobilien zugeteilt.

Geschäftsliegenschaften sind Grundstücke mit bestehenden Büro- und/oder Gewerbehäusern, welche einen Büro- und Gewerbeanteil von über 50% am gesamten Mietertrag der Liegenschaft ausweisen.

Wohnliegenschaften sind Grundstücke mit bestehenden Wohnüberbauungen, welche einen Anteil an Wohnnutzung von über 50% am gesamten Mietertrag der Liegenschaft ausweisen.

Anlageliegenschaften im Bau sind Grundstücke mit in der Realisierung befindlichen Bauprojekten, die nach Fertigstellung im Eigentum der Gesellschaft verbleiben.

Entwicklungsliegenschaften
Entwicklungsreserven, angefangene Bauten sowie fertiggestellte Liegenschaften, die zwecks Weiterveräusserung an Dritte oder für eigene Zwecke (Überführung in das Portfolio der Geschäfts- oder Wohnliegenschaften) gehalten werden. Die Entwicklungsliegenschaften sind dem Geschäftsfeld Generalunternehmung zugeteilt.


3    Investitionsgrundsätze


Die Gesellschaft investiert nur in Anlageliegenschaften in ausgewählten wirtschaftlichen Zentren der Schweiz.

Bei der Auswahl der Anlageliegenschaften wird eine Portfoliodiversifikation angestrebt, um mindestens 20% der gesamten Mieterträge aus Wohnnutzung zu erzielen.

Geschäfts- und Wohnliegenschaften erwirbt die Gesellschaft in der Regel nur, wenn der Marktwert (nach IFRS) der Liegenschaft mindestens CHF 5 Mio. beträgt.


4    Investitionsbeschränkungen


Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG)
Die Gesellschaft beachtet bei den Investitionsentscheiden die Anlagebeschränkungen, die sich aus der „Lex Koller“ ergeben. Sie stellt sicher, dass die zuständigen Bewilligungsbehörden die Gesellschaft als schweizerisch beherrscht betrachten.

Regionale Beschränkungen
Investitionen werden ausschliesslich in Schweizer Immobilien getätigt.

Branchenbeschränkungen
Die Gesellschaft tätigt keine Investitionen in Immobilien der Tourismusbranche, wie z.B. Hotels, Feriendörfer oder Aparthotels.


5    Finanzierung


Die Gesellschaft kann kurz- und langfristig verzinsliches Fremdkapital bis zu einem Gesamtwert von 60% ihrer Aktiven aufnehmen. Folgende Finanzkennzahlen sind einzuhalten:

Das Eigenkapital beträgt mindestens 35% der Bilanzsumme.
Das Net Gearing (Verhältnis Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) darf 150% nicht übersteigen.
Der Zinsdeckungsfaktor (Verhältnis EBITDA exklusive Erfolg aus Neubewertung Anlageliegenschaften zu Nettofinanzaufwand) darf den Faktor 2.0 nicht unterschreiten.
Die Bilanzpositionen Anlage- und Entwicklungsliegenschaften dürfen mit maximal 70% verzinslichem Fremdkapital refinanziert werden.
Massgebend für die Berechnung der Finanzkennzahlen ist jeweils die halbjährlich zu veröffentlichende Konzernrechnung, die in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt wird.

Die Gesellschaft kann die Refinanzierung in Form von Wandel- und Obligationsanleihen sowie hypothekarisch gesicherter Kredite bei Banken und Versicherungen vornehmen.

Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente, insbesondere Swaps und Forwards, eingesetzt, die aber ausschliesslich für Absicherungszwecke zum Einsatz kommen.


6    Einhaltung der Richtlinien


Die Einhaltung der Richtlinien wird bei jedem Investitionsentscheid durch die Gruppenleitung überprüft und gegenüber dem Verwaltungsrat explizit bestätigt.


7    Anpassung der Richtlinien


Änderungen der Richtlinien werden vom Verwaltungsrat unter Berücksichtigung der Publikationserfordernisse der SIX Swiss Exchange und des in den Statuten der Gesellschaft umschriebenen Zwecks offengelegt und mindestens einen Monat vor Inkrafttreten im Schweizerischen Handelsamtsblatt veröffentlicht.


8    Inkraftsetzung


Die Richtlinien wurden am 12. August 2013 durch den Verwaltungsrat der Allreal Holding AG genehmigt und treten nach erfolgter Publikation am 1. Oktober 2013 in Kraft.

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